Effizient und produktiv arbeiten, am besten vielleicht gleich mehrere Aufgaben nebeneinander abarbeiten und dabei noch neue Ideen generieren. Geht so neues Arbeiten? Nicht, wenn es nach Bernd Hufnagl, Hirnforscher und Neurobiologen geht, der mit dem A1 Team und A1 Personalchef Fred Mahringer bei einem Online Live Interview diskutiert. Wie funktioniert unser Hirn? Und wie nicht? An welchen Schrauben müssen wir drehen? Als Menschen und als Unternehmen?

Ein Donnerstagvormittag, ein prominenter Gast, ein neues Format und ein aktuelles Thema: Wir brauchen mehr Fokus. Gerade wenn wir über New Work @ A1 reden, ist Fokus im Brennpunkt. Über 300 Interessierte folgen dem 1-stündigen Live Event auf unserer internen Social Media Plattform (über 2.000 folgen später on demand!), stellen Fragen über die Kommentarfunktion und bekommen die Antworten direkt im Live Stream.

Melanie: »Muss man wirklich „nichts tun“, um abzuschalten? Oder kann man das auch während Sport? zB laufen, schwimmen?«

Andreas: »Ich versuche im Urlaub keine E-Mails oder Workplace-Posts zu lesen, um Abstand zu meiner Arbeit zu bekommen. Wie sehen Sie längere ‚Auszeiten‘ zur Arbeit und das ‚Aufladen der Batterien‘ und wie lange/wie oft sollten solche Auszeiten während eines Jahres sein?«

Die Botschaften des anerkannten Wissenschaftlers sind so einfach wie klar: Macht Pausen, wartet nicht auf den Sommerurlaub, sondern gestaltet das Arbeiten im Tagesverlauf abwechslungsreich, mit effizienten Phasen und Phasen der Erholung. Spannend in seinen Ausführungen ist auch die medizinisch nachgewiesene Erkenntnis, dass bewusste Momente der Langweile, des Tagträumens, des Narrenkastl-Schauens eine Stimulation des Gehirns bewirken und so Quell neuer Ideen und Gedanken werden.

Werner: »Sie haben gesagt, dass das Hirn hochdynamisch ist! Wie sollte ein Teams-Meeting gestalten sein, um die Konzentration zu halten und die Erschöpfung der Teilnehmer zu reduzieren?«

Corinna: »Gibt es eine Empfehlung wieviel Stunden am Tag – digitale Meetings wirklich noch Sinn machen?«

Mehr denn je verbringen wir in der aktuellen Situation Zeit im Home Office, physische Meetings sind durch Online-Calls ersetzt. Die Digitalisierung und der permanente Medienkonsum lassen unsere Aufmerksamkeit vor allem bei langen Meetings sinken. Was tun? Der Tipp des Experten zielt auf den sogenannten ICH Bezug ab, die Teilnehmenden sollen wissen, warum sie im Meeting sind und wie sie sinnvoll beitragen können. Auch hier empfiehlt Bernd Hufnagl Sequenzen von Meetings mit analogen Pausen abzuwechseln, sich körperlich zu aktivieren oder auch den Blick ins Narrenkastl!

Die Fähigkeit zu Multitasking – eine Illusion?

Viele von uns meinen Profi im gleichzeitigen Erledigen von Aufgaben zu sein, und wenn schon nicht perfekt, dann versuchen wir es zumindest, um scheinbar maximal effizient zu sein. Selbst unser Personalchef Fred nutzt (bislang) die freien Minuten in der Mittagspause, um noch E-Mails zu lesen. Die ernüchternde Antwort des Hirnforschers lautet jedenfalls: Multitasking geht nicht. Sobald wir von einer Tätigkeit abgelenkt werden, dauert es viele Minuten, bis unsere Konzentration wieder bei der ursprünglichen Aufgabe landet.


»Ich versuche ab sofort 2x/Woche meine Gedanken in der Mittagspause schweifen zu lassen.«


Fred Mahringer, A1 Personalchef

Waltraud: »Aber es ist sehr wohl üblich/erwünscht das man immer abheben soll, wenn man angerufen wird. Egal, ob man gerade konfiguriert oder nicht. Wie soll man dann mit solchen Situationen umgehen? Ein gewisses Maß an Multitasking wird nun mal von einem in der Arbeitswelt verlangt.«

Rainer: »Notifications bei MS Teams und Outlook ausschalten, wie wäre es dies als Standardeinstellung für das gesamte Unternehmen zu ändern?«

Die Empfehlung von Rainer dazu, wird intern gerade geprüft und gibt Hoffnung :-). Für uns bleibt neben einem interessanten Input weiterhin die Motivation, Neues auszuprobieren und reflektiert in die Zukunft zu schauen.