Es ist noch nicht so lange her, da war Feng Shui in aller Munde und der letzte Schrei bei der Büroeinrichtung. Heute dreht sich alles um agiles Arbeiten innerhalb einer Organisation. Dabei geht es nicht um bunte Post-its an den Wänden. Bei dem agilen Programm dreht es sich um das Zusammenspiel von Kommunikation, Flexibilität und das Übernehmen von Verantwortung für getroffene Entscheidungen. Lerne Natalia von A1 Belarus und ihren agilen Ansatz kennen.

Wir haben Natalia Mironova, Head of Product and Business Solutions Development getroffen und mit ihr über die Einführung von agilen Methoden im beruflichen und privaten Alltag gesprochen.


Agile Philosophie: Die Wichtigkeit der Kommunikation und das Fehlen von Bürokratie.


Natalia, wie siehst du die agile Bewegung bei A1 Belarus?

Als ich vor einem Jahr das erste Mal bei uns im Unternehmen davon hörte, versuchte jeder agil zu arbeiten, ohne genau zu verstehen, was es ist und wie man es sinnvoll einsetzen kann. Heute haben wir davon ein klares Bild dieser Arbeitsmethode mit all ihren Benefits. Wir folgen keinem klassischen agilen Modell, sondern nehmen uns das Beste aus jeder Methode, um so unserem Unternehmen zu Wachstum und Entwicklung zu verhelfen.

Welche agilen Methoden verwendest du in deinem Team?

Obwohl wir noch nicht so erfahren in diesem Thema sind, werden wir einen effizienten agilen Prozess aufsetzen. Diese Tools verwenden wir schon heute: Kanban Boards, um ganze Aufgabenlisten einzurahmen und zu visualisieren; wöchentliche Sprints und tägliche Teammeetings, bei denen jedes Teammitglied in zwei Minuten den vorangegangenen Tag, aufgetretene Probleme und Pläne des aktuellen Tags schildert.


Informelle Kaffeepausen sind der effizienteste und schnellste Weg, Probleme zu lösen.


Jeder Teilnehmer eines Meetings schreibt ein Problem auf einen Zettel, gemeinsam kleben wir diese an die Wand, sortieren sie und diskutieren jenes Thema, das die meisten stört. Wir #MakeItHappen und lösen das Problem zusammen. Der moderierte Prozess (Facilitation process) gewinnt zunehmend an Bedeutung. Einige Leute aus unserer Gruppe haben bereits Trainings nach dieser Methode abgeschlossen und setzen sie erfolgreich ein. Manchmal passiert es in Meetings, dass eine Frage auftaucht, die eine rasche Entscheidung erfprdert und ein Kollege dreht das Gespräch um 180 Grad, sodass das ursprüngliche Ziel des Meetings ins Hintertreffen gerät. Mit dieser Methode kommt man nicht vom Weg ab.

Gibt es irgendwelche Richtungen, in die die Entwicklung agiler Methoden im Unternehmen geht?

Ja, natürlich. Unser Ziel ist es, einen Prozess gemeinsam mit den beteiligten Abteilungen aufzusetzen, um launchfertige Produkte auf den Markt zu bringen. Wir arbeiten nicht isoliert in unserer Abteilung, sondern sind Teil eines größeren Systems, wo Prozesse eng vernetzt sind. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle auf einer agilen Wellenlänge sind. Heute gibt es eigene abteilungsübergreifende Ausschüsse und Rückblicke nach dem Launch größerer Aktivitäten. Zum Beispiel nach dem Launch neuer Tarife haben wir ein Meeting mit allen Teilnehmern aus dem Projekt und diskutieren Vor- und Nachteile und Probleme, die sich im Lauf des Projekts gestellt haben. So lernen wir gleich weiter und vermeiden das nächste Mal denselben Fehler zu machen.

Worauf sollten Teams, die nach agilen Methoden arbeiten wollen, vor allem achten?

Am wichtigsten ist es, sich bewusst zu machen, dass niemand eine Insel ist. Alle Teammitglieder müssen dieses Verständnis mitbringen und bereit für Veränderung sein. Man kann mit informellen Kaffees starten. Der Vorteil dabei ist, dass noch niemand merkt, dass es bereits eine agile Methode ist, und die Widerstände sind gering. Visualisierung ist auch ein wichtiger Aspekt. Sobald wir Aufgaben auf die Wände kleben, starten die Mitglieder voller Elan einander zu übertreffen. Und dann braucht es natürlich Meetings und Feedbackrunden mit allen TeilnehmerInnen und Rückblicke. Es funktioniert nicht, eines Morgens ins Büro zu spazieren und für den nächsten Tag agiles Arbeiten zu fordern. Es ist ein langer Prozess.

Und wie bist du agil außerhalb der Arbeit?

Ich habe darüber gelesen, wie man auch dieses Prinzip in den privaten Alltag integrieren kann, aber ich habe keine Whiteboards daheim aufgestellt. Es ist mehr eine berufliche Veränderung. Ich sehe viele Dinge durch die agile Brille, so wie wir die Prozesse in unserem Team aufsetzen. Wenn ich z.B. meinen Tag plane, dann verwende ich Kanban in meinem Kopf: was muss ich machen, was kann ich machen und wann bin ich mit dem Ergebnis zufrieden? Manchmal verwende ich Moderationstechniken, um mit Freunden oder meiner Familie eine Entscheidung zu treffen.

Wie sieht es mit dir aus: arbeitest du bereits agil? Wenn ja, würden wir gerne deine Geschichte dazu hören!